Content-Hinweis: Diese Seite thematisiert sexualisierte Gewalt. Das Lesen kann belastend oder aufwühlend sein. Achte gut auf dich. Du entscheidest selbst, ob und wann du weiterlesen möchtest. Wenn du Unterstützung brauchst, wende dich an eine der Unterstützungsstellen.

Kindgerechte Justiz

Kinder sind häu­fig Teil von Gerichtsverfahren. Alleine in Deutschland wer­den Tausende Kinder ver­nom­men als Beteiligte in fami­li­en­recht­li­chen Verfahren, Opfer, Zeug*innen oder Betroffene.

Die Situation von Kindern in behörd­li­chen und gericht­li­chen Verfahren ent­spricht lei­der häu­fig weder den inter­na­tio­na­len men­schen­recht­li­chen Anforderungen, noch den Leitlinien des Europarates für eine kind­ge­rech­te Justiz.*

KINDGERECHTE JUSTIZ – WARUM IST DAS WICHTIG?

Strafverfahren sind für alle Beteiligten eine gro­ße Belastung – umso mehr für Kinder und Jugendliche. Denn sie sind zwar Beteiligte, ihre Interessen wer­den den­noch zu oft nicht kind­ge­recht ver­tre­ten und sie nicht alters­ge­recht ein­ge­bun­den und angehört.
Ohne die­se Rahmen kön­nen sol­che Verfahren jedoch (re)traumatisierend wirken.

Dann füh­len Kinder und Jugendliche sich schlecht infor­miert, abge­wer­tet, ein­ge­schüch­tert, nicht ernst genom­men, hand­lungs­un­fä­hig und ausgeschlossen.
Eine Situation, die weder den Kindern noch den Verfahren dient.

UNSERE PETITION

Mit der Petition „Kinderschutz – Standardisierte und kind­ge­rech­te gericht­li­che Verfahren“ an den Deutschen Bundestag, set­ze ich mich für stan­dar­di­sier­te und ver­bind­li­che kind­ge­rech­te Ermittlungen und Verfahren ein, basie­rend auf der euro­päi­schen Leitlinie.

Damit die Qualität die­ser durch Einhaltung und Umsetzung der Kinderrechte, die Weiterbildung und Unterstützung aller Beteiligten und den ein­bin­den­den Umgang mit Kindern garan­tiert wird.

Denn Kinder wün­schen sich gehört, infor­miert, respekt­voll und auf Augenhöhe behan­delt zu wer­den. Dies ist von exis­ten­zi­el­ler Bedeutung.

WAS MUSS SICH ÄNDERN?

1. Studien und Forschungen in Bezug auf das kind­li­che Erleben und sich dar­aus erge­ben­den kind­ge­rech­ten Verfahren.

2. Standardisierte und ver­bind­li­che Verfahren, basie­rend auf der euro­päi­schen Leitlinie. Um die Einhaltung und Umsetzung der Kinderrechte sowie die wert­schät­zen­de Kommunikation und den respekt­vol­len Umgang mit Kindern zu garantieren.

3. Ermittlungen, Anhörungen und Verfahrensgestaltungen, die dem Alter, den Bedürfnissen und den Interessen des Kindes ange­mes­sen sind und die­se ver­tre­ten sowie das Recht auf Beteiligung der Kinder gewährleisten.

4. Kompetente und empa­thi­sche pro­zes­sua­le Begleitung von Anfang an durch qua­li­fi­zier­te Vertrauenspersonen.

5. Weiterbildung, Supervision und inter­dis­zi­pli­nä­rer Austausch aller Beteiligten in Ermittlungen, Anhörungen und Verfahren.

WAS KÖNNEN WIR TUN?

Immer wie­der dar­auf auf­merk­sam machen. Über wei­te­re Petitionen, über Kampagnen und Schreiben an Politik, Justiz und Behörden.

© by Verena Arps-Roelle

HILFEPORTALE

Bist Du sel­ber betrof­fen von sexua­li­sier­ter Gewalt? Kennst Du jeman­den, der von sexua­li­sier­ter Gewalt betrof­fen ist? Oder befürch­test Du, sel­ber gewalt­tä­tig zu sein oder zu werden?

Dann fin­dest Du hier kom­pe­ten­te, anony­me und kos­ten­freie Beratung:

HILFETELEFON
08000 116 016 und www​.hil​fe​te​le​fon​.de

HILFETELEFON GEWALT AN MÄNNERN
0800 123 990 0 und www​.maen​ner​hil​fe​te​le​fon​.de

ANTIDISKRIMINIERUNGSSTELLE DES BUNDES

0800 546 546 5 und www​.anti​dis​kri​mi​nie​rungs​stel​le​.de

TATGENEIGTE PERSONEN
www​.kein​-tae​ter​-wer​den​.de

Ähnliche Beiträge

7 Mythen zu sexueller Belästigung

Viele Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeitende betrach­ten Sexismus, Stereotype und sexu­el­le Belästigung – also sexua­li­sier­te Gewalt – als Problem der jeweils Betroffenen, des Teams oder einer zustän­di­gen Abteilung. Und auf kei­nen Fall als eige­nes Thema.
Genau die­se Haltung ver­hin­dert wirk­sa­me Prävention, Intervention und Veränderung.

Weiterlesen

Bullshit Bingo „Sexuelle Belästigung“

Eine Sammlung aus Sätzen, die in Organisationen auf­tau­chen. Vor allem dann, wenn sexu­el­le Belästigung am Arbeitsplatz nicht klar benannt, son­dern igno­riert, ver­harm­lost oder hübsch ver­packt wird – als Kompliment, Witz unter Kollegen oder Anerkennung.

Weiterlesen