# Schwanger Ohne Gewalt
Sexualisierte Gewalt in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett – erkennen, benennen, beenden.
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind aufregend, emotional aufwühlend und zutiefst transformierend – und sie sind vor allem eins: sensibel und verletzlich. Wir wissen längst, dass körperliche, mentale und emotionale Gewalt in diesen Lebensphasen vorkommt. Und zwar häufiger, als wir es wahrhaben wollen, ausgeübt von Partner*innen, Angehörigen, Kolleg*innen, Bekannten, Fremden, medizinischem Personal und Geburtsbegleiter*innen.
Doch wie steht es um sexualisierte Gewalt?
Die Antwort ist erschreckend klar:
Wir wissen darüber viel zu wenig. Sexualisierte Gewalt in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ist unterforscht, tabuisiert und schambesetzt. Bis heute findet sie kaum Aufmerksamkeit im öffentlichen Diskurs.
Wir finden: Das muss sich ändern.
Unser Ziel
Wir möchten das Tabu brechen, Wissen verbreiten, Schwangere empowern und Fachpersonal sensibilisieren. Dabei geht es uns um Aufklärung und um konkrete Handlungskompetenz:
Grenzverletzungen erkennen und benennen: Wir zeigen, wie sich sexualisierte Gewalt in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett äußern kann – verbal, nonverbal oder körperlich – und wie Betroffene diese klar benennen können.
Sich und andere wirksam schützen: Wir vermitteln Strategien, um Grenzen zu setzen, Unterstützung einzufordern und selbstbewusst zu handeln. Es geht darum, Handlungsspielräume zu erweitern und Betroffene zu stärken.
Solidarität statt Scham: Wir wollen eine Kultur schaffen, in der über diese Themen offen gesprochen wird, statt dass Scham und Schuldzuweisungen die Betroffenen isolieren. Gemeinsam können wir ein Umfeld schaffen, das Zuhören, Verständnis und Schutz bietet.
Kompetenz für Fachpersonal: Hebammen, Doulas, Ärzt*innen und andere Fachkräfte erhalten praxisnahe Werkzeuge, um sensibel auf Betroffene einzugehen, Grenzverletzungen frühzeitig zu erkennen und angemessen zu intervenieren.
Empowerment für alle: Wir möchten nicht nur Betroffene stärken, sondern auch Angehörige, Partner*innen und professionelle Begleitpersonen befähigen, aktiv zu handeln, präventiv zu wirken und solidarisch zu unterstützen.
Sexualisierte Gewalt in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ist weder Einzelschicksal noch Ausnahme. Sie ist strukturelle Realität – und sie verlangt Haltung, Wissen und konsequentes Handeln. Das ermöglichen wir mit unserer Kampagne und Aktionsreihe #SchwangerOhneGewalt.
Wer wir sind
Wir sind Nadine Birner und Verena Arps-Roelle.
Wir haben #SchwangerOhneGewalt ins Leben gerufen. Wir bringen unsere Erfahrungen, unsere Expertise und das Thema dorthin, wo es hingehört: In die Öffentlichkeit – und ins Gesundheitssystem. Gewaltprävention beginnt, wo Bewusstsein entsteht und Verantwortung übernommen wird.
Nadine Birner ist Doula und feministische Coachin.
Sie begleitet Menschen, die sich fragen, wie Schwangerschaft auch gehen kann – jenseits ausgetrampelter Pfade, die mehr Zwang als Selbstbestimmung bedeuten. Nadine unterstützt dich dabei, Schwangerschaft und Geburt nach deinen Regeln zu gestalten und ist für dich da – sicher, klar und zugewandt. Mehr über Nadine und den direkten Kontakt findest du hier: https://nadinebirner.com/
Verena ist Initiatorin von act & protect®.
Verena sensibilisiert für das Thema sexualisierte Gewalt, damit möglichst viele Menschen präventiv und situativ wirksam werden können. Für sexismusfreie Kulturen, diverse Gesellschaften und wertschätzendes Miteinander.
Gemeinsam sind wir #SchwangerOhneGewalt.
If you sexist us, we will feminist you.
Unsere Materialien für Euch



Unsere Impulse zu den #OrangeDays 2025
Im Rahmen unserer Aktionsreihe haben wir vom 25. November bis zum 10. Dezember Impulse, Informationen und Ideen veröffentlicht. Von Faktenchecks über Expert*innen-Tipps bis hin zu Erfahrungsberichten und Handlungsempfehlungen.
Lesung mit Lena Högemann
Am 26. November von 18.00 – 19.30
„So wollte ich mein Kind nicht zur Welt bringen!
Was Frauen für eine selbstbestimmte Geburt wissen müssen“
Lena Högemann ist Journalistin und Autorin, In ihrer Lesung aus „So wollte ich mein Kind nicht zur Welt bringen!“ hat Lena Högemann die Missstände in der Geburtshilfe eindrucksvoll offengelegt. Viele Frauen erleben Geburten, die nicht selbstbestimmt verlaufen – jede zweite bis dritte berichtet von körperlicher oder psychischer Gewalt. Anhand ihrer eigenen Geschichte, Berichten weiterer Betroffener und Expert*innen machte Högemann deutlich: Selbstbestimmung im Kreißsaal ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht, das viel zu oft verletzt wird.
Panel mit Expertinnen
Am 29. November von 10.00 – 11.30
„Sexualisierte Gewalt in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett – Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten“
Die Expertinnen teilten Erfahrungen, beleuchteten Risiken und diskutierten konkrete Handlungsansätze:
Katharina Desery – Mother Hood e.V.: setzt sich für frauen- und familienzentrierte Geburtshilfe und die Rechte von Gebärenden ein.
- Lidia Jedrych – LARA e.V.: bietet Beratung für von sexueller Gewalt betroffene Frauen und arbeitet an Prävention und Aufklärung.
Martina Kruse – Hebamme & Autorin: unterstützt Frauen nach traumatischen Geburtserfahrungen und schult Fachkräfte in Geburtshilfe.
Feminar zum Empowerment
Am 06. Dezember 10.00 – 11.30
„Handeln, Grenzen setzen, sich stärken – das Empowerment Seminar“
Das Feminar richtete sich an Schwangere und Interessierte und bot praxisnahe Strategien, um sexualisierte Gewalt in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zu erkennen und wirksam dagegen vorzugehen.
Im Fokus standen: klare Kommunikation, das Setzen von Grenzen, selbstbewusstes Handeln im Alltag und medizinischen Umfeld sowie Informationen zu rechtlichen Möglichkeiten, Hilfsangeboten und Unterstützung.
Wir danken den Expert*innen und allen engagierten Unterstützer*innen:
Du hast Interesse, uns zu unterstützen, Dich aktiv einzubringen oder eigene Ideen für die Aktion #SchwangerOhneGewalt? Dann melde Dich bei uns!
Wir freuen uns über jede Form von Engagement – sei es durch die Weitergabe von Informationen, Mitwirkung bei unseren Veranstaltungen oder kreative Vorschläge, wie wir das Thema noch sichtbarer machen können. Gemeinsam können und werden wir Tabus brechen, Betroffene stärken und sexualisierter Gewalt entschieden entgegentreten.

