

War das nur ein Spruch oder mehr? Bin ich zu empfindlich? Wie kann ich mich wehren, ohne als hysterisch abgestempelt zu werden? Was darf und muss ich als Mitarbeitende*r, Führungskraft oder Arbeitgebende*r tun – auch wenn ich unsicher bin?
Sexualisierte Gewalt ist allgegenwärtig – auch am Arbeitsplatz. Sexismus, Belästigung und Machtmissbrauch sind tief verwurzelt, schwer zu erkennen und noch schwerer zu beseitigen. Dieses Buch zeigt in drei Schritten, wie Ihr eine Kultur frei von sexualisierter Gewalt schafft. Es liefert praxisnahe Methoden für klare Grenzsetzungen, stärkt Eure Persönlichkeiten und Organisationen und vermittelt rechtliche, unternehmerische und gesellschaftliche Hintergründe.
Manchmal muss mensch ein Kaktus sein: Lernt, Eure Stacheln einzusetzen, um Gewalt zu erkennen, zu benennen und zu beenden!
Sensibilisierung für sexualisierte Gewalt, Tatmuster und Tabus diesbezüglich.
Aktive Auseinandersetzung mit sexualisierten Gewalttaten in allen gesellschaftlichen Bereichen, auch am Arbeitsplatz und in Unternehmen.
Regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen zum Thema sexualisierte Gewalt für alle Mitarbeitenden aller Ebenen.
Sicherstellen, dass jede Person (Arbeitnehmende, Kund*innen, Dienstleistende) vor sexualisierten Gewalttaten geschützt wird.
Entwicklung und Implementierung umfassender Schutz‑, Interventions- und Rehabilitationskonzepte.
Integration präventiver Maßnahmen in die Organisationskultur.
Gestaltung von Arbeitsplätzen, die psychische und physische Sicherheit gewährleisten, durch organisatorischen und architektonisches Schutz.
Führungsverantwortliche als Vorbilder, die sich aktiv gegen sexualisierte Gewalt aussprechen.
Regelmäßige Schulungen, um Anzeichen von sexualisierter Gewalt zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Etablierung transparenter Kommunikation in Unternehmen und Organisationen.
Umsetzung einer Null-Toleranz-Politik gegenüber sexualisierter Gewalt.
Förderung von Selbstwirksamkeit und Zivilcourage innerhalb der Organisationen.
Bereitstellung schützender Maßnahmen und sensibler, empathischer Unterstützung für alle Betetiligten.
Sicherstellen, dass Beschwerdestrukturen einfach zugänglich und vertrauenswürdig sind.
Einrichtung von „Safe Spaces“ innerhalb der Organisationen.
Bereitstellung externer, unabhängiger Beratungsstellen.
Förderung von Netzwerken und Partner*innenschaften mit spezialisierten Organisationen.
Zusammenarbeit mit externen Beratungssetllen, wie der „Antidiskriminierungsstelle des Bundes“ unter 0800 546 5465 & www.antidiskriminierungsstelle.de
Täter*innen konsequent konfrontieren und angemessene Sanktionen verhängen.
Sicherstellung betroffenenorientierter Verfahren und sensibler Justiz.
Bereitstellung von rechtlicher Beratung und Unterstützung.
Förderung einer solidarischen Gemeinschaftskultur, in der Mitarbeitende sich gegenseitig als Allies unterstützen.
Initiierung von Peer-Support-Gruppen für den Austausch und die Stärkung Betroffener.
Förderung einer inklusiven Unternehmenskultur, die Diversität wertschätzt und Diskriminierung ablehnt.
Regelmäßige Evaluierung der Maßnahmen und Strukturen zur Verbesserung der Wirksamkeit.
Durchführung anonymer Mitarbeitendenbefragungen zur Erfassung des Ausmaßes von sexualisierter Gewalt, Identifizierung von Schwachstellen und Herausstellen von Ressourcen.
Über das Erlebte sprechen: Mit vertrauten Personen reden, die bereit sind, empathisch zuzuhören.
Beratungsstellen kontaktieren
Loswerden der eigenen Gedanken und Gefühle: Das Erlebte verbalisieren und die eigenen Emotionen ausdrücken – das geht auch durch Selbstgespräche.
Schutz vor Spätfolgen: Das Reden ohne Erwartung eines Rats kann helfen, psychische Spätfolgen zu vermeiden.
Verantwortung der Täter*innen erkennen: Sich klar machen, dass die Täter*innen in vollem Umfang für ihr unangemessenes oder übergriffiges Verhalten verantwortlich sind.
Keine Schuldzuweisungen an sich selbst: Betroffene tragen keine Schuld an dem Erlebten!
Ernstnehmen der eigenen Wahrnehmung: Die eigenen Gefühle und Eindrücke nicht kleinreden, sondern ihnen Raum geben und sie respektieren.
Ansprechen der Täter*innen: Der belästigenden Person direkt sagen, dass ihr Verhalten als belästigend, diskriminierend oder abwertend empfunden wird.
Deutlich machen, was nicht erwünscht ist: Klare und unmissverständliche Aussagen treffen, dass das Verhalten der Täter*in nicht gewünscht ist.