Bald ist Weihnachtszeit und damit die vermeintlich schönste Zeit des Jahres. Dabei ist diese Zeit für viele Menschen nicht die schönste, sondern die schlimmste Jahreszeit.

 

WEIHNACHTEN KANN SCHÖN UND SCHLIMM SEIN

Denn Weihnachten ist eine Zeit, in der sich viele Menschen dem Druck ausgesetzt fühlen, Famileinzeit zu verbringen, Fröhlichkeit zu verbreiten und in Feierlaune zu sein. Dies kann negative Gefühle, traumatische Erfahrungen und Triggerpunkte verstärken.

Friedlich und voller Liebe soll es an Weihnachten zugehen. Und sicherlich tut es das bei vielen Menschen auch.

Doch es gibt auch Menschen, die einsam sind, für die Weihnachten eine Belastung ist oder die gerade dann verstärkt sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind.

 

Besonders Sexismus findet auch unter dem Weihnachtsbaum oder beim Glühweintrinken statt:

„Vielleicht ist Schwul nur eine Phase und du hast nur noch nicht die richtige Frau kennen gelernt?“

„Jetzt komm mal her, Schätzchen, und lass dich küssen.“

„Warum habt ihr dem Jungen eine Puppe geschenkt? Der verweichlicht noch!“

 

KLINGT DAS NACH HARMONIE UND ZUSAMMENHALT?

Vielen Menschen vergeht bei solchen Bemerkungen der Appetit und die Lust auf´s Geschenke auspacken.

Und häufig schon Tage im Voraus. Dann kreisen die Gedanken darum, was dieses Jahr passieren wird und ob es in Tränen, Streit oder Frust endet.

 

WAS KÖNNEN WIR TUN?

Es ist gut, sich jetzt schon mögliche Strategien zurechtzulegen, um mit weniger angenehmen Traditionen dieses Jahr Weihnachten zu brechen.

Beispielsweise, indem wir auf sexistische Bemerkungen sagen:

 

💬 „Mir ist es unangenehm, was du sagst.“

Diese Reaktion greift nicht an, sondern teilt die eigenen Gefühle mit. 

Dies kann ein erster Schritt zur Reflektionen und zum Stoppen dieses Verhaltens sein. Und funktioniert bei jeder diskriminierenden Äußerung.

 

💬 „Wie meinst Du das?“

Durch das Zurückfragen gewinnen wir Zeit, uns eine passende Antwort zu überlegen. Die andere Person muss sich mit ihrer Äußerung auseinandersetzen. Das kann dazu führen, dass sie verstummt, ihre eigene Position verteidigt oder über das Gesagte nachdenkt und gegebenenfalls sogar ein ehrlicher Dialog stattfindet.

 

💬 „Wie seht Ihr das?“

Indem wir die anderen Anwesenden einbeziehen, können wir potentielle Verbündete finden.

Vielleicht werden die anwesenden Personen die sexistische Äußerungen unterstützen. Vielleicht findet eine der anderen anwesenden Personen eine passende Antwort. In jedem Fall lernen wir etwas über die Meinung der Anwesenden.

 

🤐 Gar nichts sagen.

Wir haben das das Recht, gar nicht auf sexistische Äußerungen zu reagieren. 

 

🆘 Unterstützung holen, bspw. beim Hilfetelefon: 

https://www.hilfetelefon.de/ und 08000116 016

 

Je nach Atmosphäre, persönlichen Ressourcen und Umgangston, können wir entscheiden, ob wir mit Zahlen und Fakten, mit Zynismus oder Humor, mit klaren Grenzen oder einem Gesprächsangebot reagieren.

 

© by Verena Arps-Roelle

HILFEPORTALE

Bist Du selber betroffen von sexualisierter Gewalt? Kennst Du jemanden, der von sexualisierter Gewalt betroffen ist? Oder befürchtest Du, selber gewalttätig zu sein oder zu werden?

Dann findest Du hier kompetente, anonyme und kostenfreie Beratung:

HILFETELEFON
08000 116 016 und www.hilfetelefon.de

HILFETELEFON GEWALT AN MÄNNERN
0800 123 990 0 und www.maennerhilfetelefon.de

ANTIDISKRIMINIERUNGSSTELLE DES BUNDES

0800 546 546 5 und  www.antidiskriminierungsstelle.de

TATGENEIGTE PERSONEN
www.kein-taeter-werden.de

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