„Warum können Frauen nicht unverschleiert sein?“ fragt Jochen Breyer in der ZDF Dokumentation „Geheimsache Katar“ eine Gruppe Männer um den katarischen WM-Botschafter Khalid Salman.

Die Antwort: „Überleg mal: vor dir liegt eine unverpackte Süßigkeit – du weiß nicht ob sie jemand berührt oder reingebissen hat – und eine verpackte. Welche nimmst du?“

„Aber Frauen sind doch keine Süßigkeiten?“

Was darauf folgt ist: Stille. Und eine Rüge an die Journalisten.

Weitere Zitaet aus der Dokumentation sind:

„Warum nur sollte eine Frau das Haus verlassen?“

„Schwul sein ist eine Sünde“ und „die Folge eines geistigen Schadens.“

„Die Frauen müssen verschleiert sein, das ganze Gesicht.“

„Was könnte für Frauen besser sein als im Haus zu bleiben?“

WAS IST DAS PROBLEM?

1️⃣ Frauenrechte sind quasi nicht existent, obwohl Katar 2009 die UN-Frauenrechtskonvention von 1979 unterzeichnet hat:

• Jede Frau hat einen gesetzlichen männlichen Vormund
• Jede Frau muss die Erlaubnis diesen haben, um das Haus zu verlassen, sich medizinisch versorgen oder eine Arbeit aufzunehmen
• Frauen gelten als Ungehorsam, wenn sie keinen legitimen Grund nennen sich zu weigern, mit ihrem Mann Sex zu haben
• Kinder stehen unter der Vormundschaft des Vaters oder Staates
• Frauen müssen sich außerhalb der Familie verschleiern

2️⃣ Die Vergewaltigung einer Frau gilt als verbotener außerehelicher Sex: 

• Zeigen Frauen sexuelle Übergriffe an, riskieren sie eine Anklage, Auspeitschung und Gefängnisstrafe wegen sexueller Beziehung außerhalb der Ehe

3️⃣ Homosexuelle Menschen werden verfolgt:

• Homosexualität ist in Katar gesetzlich verboten
• Homosexualität ist strafbar mit Freiheits- oder Todesstrafe

4️⃣ Arbeitsmigrant*innen sind schutz- und rechtelos:

• Sie werden ausgebeutet, misshandelt und sexuell missbraucht, manche bis zum Tod
• Sie haben wenig Chancen, das Land zu verlassen

WAS SAGEN MENSCHENRECHTSORGANISATIONEN?

Das alles klingt wie aus einem schlechten Film? 
Vielleicht gibt es auch Familien in Katar, die in der Einhaltung der Menschenrechte genauer sind. Doch viele Berichte sprechen eine andere Sprache. 

Die Studie „Everything I have to do is tied to man“ von Human Rights Watch und der Amnesty International-Bericht «My sleep is my break“ legen dar, wie sehr Leben und Entscheidungen in Katar abhängig sind von Männern. 

⚠️ Beziehungen sind geprägt durch Abhängigkeiten, Kontrolle, Macht, Einschüchterungen, Diskriminierung und sexualisierter Gewalt. 
⚠️ Frauen und Personen aus der LGBTQIA+ Community haben nur geringe Möglichkeiten diesen Taten zu entgehen.
⚠️ Psychische Krankheiten, Selbstverletzungen, Depressionen, Stress und Suizidgedanken bis hin zum Suizid sind häufige Folgen.

WAS KÖNNEN WIR TUN? 

💪Wir können uns informieren.

💪Wir können die WM in Katar und die Berichterstattung nutzen, um auf Missstände in Katar und anderen Ländern, wie Iran und den Kampf der Frauen dort, aufmerksam zu machen.

💪Wir können unterdrückten Menschen unsere Stimme geben.
Indem wir darüber schreiben, Kampagnen und Organisationen unterstützen und Petition unterzeichnen. 

💪Wir können für Menschenrechte eintreten und Zeichen setzen.

 

© by Verena Arps-Roelle

HILFEPORTALE

Bist Du selber betroffen von sexualisierter Gewalt? Kennst Du jemanden, der von sexualisierter Gewalt betroffen ist? Oder befürchtest Du, selber gewalttätig zu sein oder zu werden?

Dann findest Du hier kompetente, anonyme und kostenfreie Beratung:

HILFETELEFON
08000 116 016 und www.hilfetelefon.de

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0800 123 990 0 und www.maennerhilfetelefon.de

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0800 546 546 5 und  www.antidiskriminierungsstelle.de

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